Warum wirken sich Produkte mit reduziertem Zuckergehalt stimmungsaufhellend aus?
In jüngster Zeit wird dem Einfluss der Ernährung auf unsere psychische Gesundheit immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Untersucht werden die Ursache-Wirkungs-Beziehungen der Nährstoffaufnahme und deren Auswirkungen auf den psychischen und physischen Zustand des Menschen. Dabei wird festgestellt, dass die Lebensmittelauswahl, einschließlich Zuckergehalt und glykämischer Index, eine Schlüsselrolle beim Aufbau des emotionalen und energetischen Gleichgewichts spielt.
Der glykämische Index (GI) ist eine Skala, die angibt, wie schnell der Blutzuckerspiegel nach dem Essen ansteigt. Glukose, die hauptsächlich aus Kohlenhydraten stammt, ist der wichtigste Energielieferant der Zellen. Ein Anstieg des Glukosespiegels nach einer Mahlzeit regt die Insulinausschüttung aus der Bauchspeicheldrüse an. Lebensmittel mit einem hohen GI lassen den Blutzuckerspiegel schneller ansteigen und verursachen so plötzliche Blutzuckerspitzen und -abfälle, die zu Müdigkeit und Reizbarkeit führen können. Im Gegensatz dazu lassen Lebensmittel mit einem niedrigen GI den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen, wodurch ein stabilerer Energiehaushalt und Insulinhaushalt gewährleistet und das Risiko plötzlicher Stimmungsschwankungen verringert wird.
Eine Studie aus dem Jahr 2016(1) Die Studie untersuchte den Einfluss von Kohlenhydraten, einschließlich der glykämischen Last, auf die Stimmung gesunder Erwachsener. In einer Untersuchung mit 82 Teilnehmern war eine Ernährung mit hoher glykämischer Last im Vergleich zu einer Ernährung mit niedriger glykämischer Last mit um 38 % höheren Werten für depressive Symptome, um 55 % höheren Werten für emotionale Instabilität und um 26 % höheren Werten für Müdigkeit verbunden. Übergewichtige Teilnehmer wiesen im Vergleich zu normalgewichtigen Personen um 40 % höhere Werte auf der Depressionsskala auf.
Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Ernährung für die psychische Gesundheit, insbesondere bei Übergewicht, sowie für die Prävention chronischer Erkrankungen und des metabolischen Syndroms. Es wird empfohlen, den Konsum von Weißzucker und Weißmehl einzuschränken, ballaststoffreiche Lebensmittel zu bevorzugen, Proteine aus Fisch, magerem Fleisch und Milchprodukten zu beziehen und hochwertigen Fetten den Vorzug zu geben.
(1) Breymeyer KL, Lampe JW, McGregor BA, Neuhouser ML. Subjective mood and energy levels of healthy weight and overweight/obese healthy adults on high- and low-glycemic load experimental diets. Appetite. 2016 Dec 1;107:253-259. doi: 10.1016/j.appet.2016.08.008. Epub 2016 Aug 6. PMID: 27507131; PMCID: PMC5154680.